Spielregeln Pétanque ausführlich

ALLGEMEINE REGELN Pétanque

(gültig ab 13.11.2008)

 

Art. 1 Die Mannschaften

Pétanque wird in folgenden Formationen gespielt:

- 3 gegen 3 Spieler (Triplettes)

- 2 gegen 2 Spieler (Doublettes)

- 1 gegen 1 Spieler (Tête-à-Tête)

In einer Triplette verfügt jeder Spieler über 2 Kugeln.

In einer Doublette verfügt jeder Spieler über 3 Kugeln.

Im Tête-à-Tête verfügt jeder Spieler über 3 Kugeln.

Alle anderen Formationen sind verboten.

 

Art. 2 Eigenschaften der zugelassenen Kugeln

Pétanque wird mit Kugeln gespielt, die von der FIPJP zugelassen

sind und folgenden Eigenschaften entsprechen:

1) Sie müssen aus Metall sein

2) Sie müssen einen Durchmesser von mindestens 7.05 cm und

höchstens 8.00 cm aufweisen.

3) Mit einem Gewicht von mindestens 650 Gramm und höchstens

800 Gramm.

Logo (Marke des Herstellers) und die Zahlen des Gewichts müssen

eingraviert und immer lesbar sein.

Bei Wettkämpfen, bei denen lediglich Jugendliche unter 11 Jahren

startberechtigt sind, dürfen Kugeln mit einem Gewicht von 600 gr.

und einem Durchmesser von 65 mm eingesetzt werden; vorausgesetzt,

sie wurden mit einem zugelassenen Logo hergestellt.

4) Die Kugeln dürfen weder mit Blei noch mit Sand gefüllt werden.

Generell dürfen keine gefälschten oder anderweitig veränderten

Kugeln verwendet werden, sogenannte „Boule truquées“. Ebenso ist

es verboten, sogenannte „Boule recuites“ (Härtegrad nachträglich

verändert) zu verwenden.

Name und Vorname, Initialen eines Spielers dürfen, entsprechend

den Vorschriften über die Herstellung von Kugeln, eingraviert

werden.

 

Art. 2 bis Strafen für nicht regelgerechte Kugeln

Jeder Spieler, der für einen unter Art. 2, Absatz 4) genannten Verstoss

verantwortlich ist, wird zusammen mit seinen oder seinem Mitspieler(n)

sofort vom Wettkampf ausgeschlossen.

Sogenannte „Boule truquées“ oder „Boule recuites): Der Spieler setzt

sich einem Lizenzentzug aus, dessen Dauer von der Disziplinarkommission

bestimmt wird, ohne Rücksicht auf weitere Massnahmen,

die von der nationalen Disziplinarkommission getroffen werden.

Sollte bei einem dieser beiden Fälle der Spieler nicht Eigentümer der

Kugeln und der Name des Eigentümers bekannt sein, so wird diesem

die Lizenz entzogen für die Zeitdauer, die im Disziplinar-Code seines

nationalen Verbandes festgelegt ist.

Wenn eine Kugel zwar nicht verfälscht, aber durch Abnützung oder

einem Fabrikationsfehler einer Kontrolle nicht standhält oder nicht

den unter Artikel 2, Absatz 1, 2 oder 3 aufgeführten Normen entspricht,

muss der Spieler sie austauschen. Er darf auch den

kompletten Kugelsatz ersetzen.

Durch Spieler formulierte Reklamationen nach Artikel 2. Absatz 1, 2

oder 3 sind nur vor Beginn eines Spieles zulässig. Die Spieler sind

deshalb gehalten, sich davon zu überzeugen, dass ihre Kugeln, sowie

diejenigen ihres Gegners, den vorgeschriebenen Normen entsprechen.

Auf Artikel 2, Absatz 4 gestützte Reklamationen sind während des

ganzen Spieles zulässig, dürfen aber nur zwischen zwei Mène eingebracht

werden. Wenn sich ab der dritten Mène die Reklamation bezüglich

der Kugeln des Gegners als unbegründet herausstellt, werden

dem Punktestand des Gegners drei Punkte hinzugefügt.

Für den Fall, dass eine Kugel geöffnet wurde, liegt die Verantwortung

bei dem Reklamierenden. Ergibt sich, dass die Kugeln einwandfrei sind,

muss sie der Reklamierende bezahlen oder ersetzen; er kann jedoch

nicht zum Ersatz für darüber hinausgehende Schäden gezwungen

werden.

Der Schiedsrichter oder die Jury können immer, auch zu jedem

Zeitpunkt eines Spieles, eine Prüfung der Kugeln eines oder mehrerer

Spieler durchführen.

 

Art. 3 Zugelassene Zielkugeln

Die Zielkugeln sind aus Holz. Zielkugeln aus synthetischem Material

müssen das Herstellerlogo tragen, durch die FIPJP zugelassen sein und

den Normen entsprechen, die im Cahier des Charges festgelegt sind.

Ihr Durchmesser muss 30 mm betragen (Tolerant +/- 1 mm).

Bemalte Zielkugeln, gleich in welcher Farbe, sind zulässig, aber sie

dürfen nicht mit einem Magneten aufgehoben werden können.

 

Art. 4 Lizenzen

Vor Beginn eines Wettkampfes muss jeder Spieler seine Lizenz vorweisen.

Er muss sie auch jederzeit auf Verlangen des Schiedsrichters

oder des Gegners vorzeigen, wenn sie nicht an der Einschreibung

hinterlegt ist.

 

 

SPIEL

 

Art. 5 Regelgerechte Spielfelder

Pétanque wird auf jedem Boden gespielt. Der Veranstalter oder der

Schiedsrichter können den Mannschaften jedoch begrenzte Spielfelder

zuweisen. In diesem Fall muss ein Spielfeld bei nationalen und internationalen

Meisterschaften mindestens 4 m in der Breite und 15 m in

der Länge messen. Bei anderen Wettbewerben können die Verbände

Abweichungen von diesen Mindest-Massen zustimmen. Dabei dürfen

die Abmessungen von 12 m x 3 m jedoch nicht unterschritten werden.

Sind die Spielfelder hintereinander angeordnet, gelten die Begrenzungslinien

an den Kopfseiten des eigenen Spielfeldes als Auslinien (lignes de

perte).

Wenn das Spielfeld von Balken umgeben wird, müssen sich diese

jenseits einer Auslinie im Abstand von mindestens 1 m befinden. Eine

Auslinie (ligne de perte) umgibt das Spielfeld in einer maximalen

Entfernung von 4 m.

Die Spiele werden bis zum Erreichen von 13 Punkten durch eine

Mannschaft gespielt. Es besteht jedoch die Möglichkeit, die Vorrunden

(Poules) und die Entscheidungsspiele (Cadrages) nur bis zum Erreichen

von 11 Punkten zu spielen.

Bestimmte Wettbewerbe können mit Zeitbegrenzung durchgeführt

werden.

 

Art. 6 Spielbeginn: Regeln zum Wurfkreis

Die Spieler ermitteln durch Losentscheid, welche Mannschaft das

Spielfeld aussuchen darf und als erste die Zielkugel wirft.

Wenn ein Spielfeld durch den Veranstalter zugewiesen wird, muss die

Zielkugel auf diesem Spielfeld ausgeworfen werden. Ohne Erlaubnis

des Schiedsrichters dürfen die beiden Mannschaften kein anderes

Spielfeld auswählen.

Ein beliebiger Spieler der Mannschaft, welche die Auslosung gewonnen

hat, wählt den Punkt des Abspieles und zeichnet auf den Boden einen

Kreis, in den die Füsse jedes Spielers ganz hineinpassen. Der Durchmesser

muss mindestens 35 cm und höchstens 50 cm betragen.

Beim Einsatz eines Wurfkreises muss dieser starr sein und einen

Innendurchmesser von 50 cm (Toleranz +/- 2mm) haben. Die Entscheidung,

Wurfkreise einzusetzen, obliegt dem Veranstalter. Dieser

muss sie zur Verfügung stellen.

Die drei aufeinanderfolgenden Wurfversuche mit der Zielkugel muss

die Mannschaft aus diesem Wurfkreis leisten. Dieser muss in einem

Abstand von mehr als einem Meter von jedem Hindernis oder von der

Grenze zu verbotenem Gelände entfernt sein. Wenn auf unmarkierten

Spielfeldern (Terrain libre) gespielt wird, muss die Distanz zum

nächsten, benützten Wurfkreis mindestens 2 m betragen.

Die Mannschaft, welche die Zielkugel wirft, muss alle alten Wurfkreise

in der Nähe des neuen Wurfkreises entfernen.

Der Innenbereich des Wurfkreises darf während des laufenden

Durchganges vollständig gereinigt werden. Er muss jedoch danach,

spätestens aber vor dem ersten Zielkugelwurf des nächsten Durchganges,

in seinen ursprünglichen Zustand versetzt werden.

Der Wurfkreis ist kein verbotenes Gelände.

Die Füsse müssen sich im Inneren des Wurfkreises befinden und

dürfen nicht über ihn hinausreichen. Sie dürfen ihn weder verlassen,

noch dürfen sie angehoben werden, bis die gespielte Kugel den Boden

berührt hat. Auch andere Körperteile dürfen den Boden ausserhalb des

Wurfkreises nicht berühren. Behinderten ist es ausnahmsweise gestattet,

mit nur einem Fuss innerhalb des Wurfkreises zu stehen. Behinderte

Spieler im Rollstuhl müssen darauf achten, dass mindestens

das Rad auf ihrer Wurfarmseite den Boden im Innenbereich des

Wurfkreises berührt.

Das Werfen der Zielkugel durch einen Spieler bedeutet nicht, dass

dieser auch als erster beginnen muss.

 

Art. 7 Entfernungen beim Wurf der Zielkugel

Damit die von einem Spieler geworfene Zielkugel gültig ist, müssen

folgende Bedingungen erfüllt sein:

1) Der Abstand der Zielkugel bis zum nächstgelegenen Punkt

des inneren Wurfkreisrandes muss mindestens folgende

Distanz aufweisen:

Minimes Minimum 4 m Maximum 8 m

Cadets Minimum 5 m Maximum 9 m

Damen, Junioren,

Senioren, Veteranen Minimum 6 m Maximum 10 m

2) Der Wurfkreis muss mindestens 1 m von jedem Hindernis

entfernt sein.

3) Die Zielkugel muss mind. 1 m von jedem Hindernis oder von einem

verbotenen Terrain entfernt liegen.

4) Die Zielkugel muss für einen Spieler sichtbar sein, wenn er mit

beiden Füssen, in aufrechter Haltung im Innern des Wurfkreises

steht. Bei Meinungsverschiedenheiten entscheidet der Schiedsrichter

unanfechtbar, ob die Zielkugel sichtbar ist.

Beim nächsten Durchgang (Mène) wird die Zielkugel von einem Kreis

aus geworfen, der um den Punkt gezogen wird, auf dem sie im vorhergehenden

Durchgang lag.

Ausser in folgenden Fällen:

- Der Kreis würde sich weniger als 1 m von einem Hindernis

entfernt befinden.

- Es wäre nicht möglich, die Zielkugel auf die reglementarisch

erlaubte Distanz zu werfen (10 m).

Im ersten Fall zeichnet der Spieler einen Kreis in der vorgeschriebenen

Entfernung vom Hindernis oder vom verbotenen Terrain.

Im zweiten Fall kann der Spieler auf einer geraden Linie in entgegengesetzter

Richtung des vorhergehenden Durchganges zurückgehen, bis

er die Zielkugel auf die grösstmögliche reglementarische Distanz werfen

kann, aber nicht weiter. Diese Möglichkeit ist jedoch nur zulässig, wenn

die Zielkugel in keiner Richtung auf die grösstmögliche Entfernung

geworfen werden kann.

Wenn nach 3 aufeinanderfolgenden Würfen durch dieselbe Mannschaft

die vorgeschriebenen Bedingungen nicht erfüllt sind, so wird die Zielkugel

der gegnerischen Mannschaft ausgehändigt, die ebenfalls 3 Versuche

hat und die den Kreis unter vorher genannten Bedingungen

zurückverlegen darf. Wenn diese Mannschaft bei 3 Würfen nicht erfolgreich

ist, darf der Kreis nicht mehr verändert werden.

Die Höchstzeit, um diese drei Würfe durchzuführen, beträgt eine

Minute.

In jedem Fall behält die Mannschaft, welche die Zielkugel nach den

ersten 3 Würfen verloren hat, das Recht, die erste Kugel zu spielen.

 

Art. 8 Gültige Zielkugel

Wird die Zielkugel, nachdem sie geworfen wurde, durch den Schiedsrichter,

einen Spieler, einen Zuschauer, ein Tier oder durch irgendeinen

beweglichen Gegenstand angehalten, so ist sie ungültig und wird erneut

geworfen, ohne dass dieser Wurf an die 3 erlaubten angerechnet wird.

Wenn nach dem Wurf der Zielkugel eine erste Kugel gespielt ist, hat der

Gegner noch das Recht, die Lage der Zielkugel zu beanstanden. Wird

die Beanstandung für zulässig erkannt, so wird die Zielkugel erneut

geworfen und die erste Kugel neu gespielt.

Wenn der Gegner ebenfalls eine Kugel gespielt hat, wird die Zielkugel

als definitiv gültig angesehen. Reklamationen sind dann nicht mehr

erlaubt.

Die Zielkugel darf nur dann erneut geworfen werden, wenn beide

Mannschaften den Wurf als ungültig anerkannt haben oder wenn der

Schiedsrichter so entschieden hat. Sollte sich eine Mannschaft davon

abweichend verhalten, verliert sie das Recht zum Werfen der Zielkugel.

 

Art. 9 Ungültige Zielkugel

Die Zielkugel ist in folgenden 6 Fällen ungültig:

1) Wenn die Zielkugel im Laufe einer Mène auf unerlaubtes Terrain

gelangt, auch wenn sie anschliessend wieder auf erlaubtes Spielgelände

zurückkehrt.

Eine Zielkugel, welche auf der Grenze zu einem unerlaubten Terrain

liegt, ist gültig, auch wenn die Grenze mit einer Schnur markiert ist.

Sie ist nur ungültig, wenn sie (aus der Senkrechten betrachtet) die

Grenze zum unerlaubten Terrain oder die ligne de perte mit ihrem

gesamten Durchmesser vollständig überschritten hat.

Als unerlaubtes Terrain gilt auch eine Pfütze, auf welcher die

Zielkugel frei schwimmt.

2) Wenn sie sich auf erlaubtem Terrain befindet, ihre Lage aber so

verändert wird, dass sie (entsprechend Art. 7) vom Wurfkreis aus

nicht mehr sichtbar ist. Eine Zielkugel ist jedoch nicht ungültig,

wenn sie durch eine Kugel verdeckt wird. Der Schiedsrichter ist

berechtigt, eine Kugel zeitweise zu entfernen, um festzustellen, ob

die Zielkugel sichtbar ist.

3) Wenn ihre Lage so verändert wird, dass sie mehr als 20 m (für

Juniors und Seniors) bzw. 15 m (für Cadets und Minimes) oder

weniger als 3 m vom Wurfkreis entfernt liegen bleibt.

4) Wenn sie mehr als ein benachbartes abgegrenztes Spielfeld überquert,

oder wenn die Spielfelder hintereinander angeordnet sind,

sie die Begrenzungslinie an der Kopfseite des eigenen Spielfeldes

überschreitet.

4bis) Wenn bei Spielen mit Zeitbeschränkung, die auf einem zugeteilten

Spielfeld ausgetragen werden, die Zielkugel das zugeteilte

Feld verlässt.

5) Wenn ihre Lage so verändert wird, dass sie unauffindbar ist, wobei

die Zeit zum Suchen auf 5 Minuten limitiert ist.

6) Wenn sich zwischen dem Wurfkreis und der Zielkugel verbotenes

Terrain befindet.

 

Art. 10 Veränderungen des Spielgeländes

Grundsätzlich ist es den Spielern verboten, eventuelle Massnahmen

zur Veränderung des Spielfeldes vorzunehmen. Es ist den Spielern ausdrücklich

verboten, ein Hindernis, das sich auf dem Spielfeld befindet,

zu entfernen, in seiner Lage zu verändern oder zu zerdrücken. Nur der

Spieler, der die Zielkugel wirft, darf vorher lediglich die Bodenbeschaffenheit

für einen Wurfpunkt (donnée) erkunden, indem er, allerdings

nicht mehr als dreimal, mit einer seiner Kugeln den Boden an

dieser Stelle berührt. Jedoch darf der Spieler, der die nächste Kugel

spielen muss, oder einer seiner Mitspieler, ein Loch schliessen, das

durch eine davor gespielte Kugel entstanden ist.

Bei Nichtbeachtung der voranstehenden Bestimmungen zieht sich der

Spieler die in Artikel 34 aufgeführten Massnahmen zu.

 

Art. 10 bis Auswechseln von Kugeln oder Zielkugeln

Es ist den Spielern verboten, Kugeln oder Zielkugeln im Verlaufe eines

Spieles auszuwechseln, ausser in folgenden Fällen:

1) Diese sind unauffindbar, wobei die Zeit zum Suchen auf

fünf Minuten limitiert ist.

2) Wenn sie zerbrechen, zählt nur das grösste Bruchstück. Sind

noch Kugeln zu spielen, so wird das grösste Bruchstück sofort

(nach eventuell erforderlichen Messung) durch eine Kugel/

Zielkugel mit gleichem oder ähnlichem Durchmesser ersetzt.

Bei der nächsten Mène darf der betroffene Spieler den kompletten

Kugelsatz austauschen.

 

 

ZIELKUGEL

 

Art. 11 Verdeckte oder bewegte Zielkugel

Wenn die Zielkugel im Verlaufe einer Mène unvermutet durch ein Blatt

oder ein Stück Papier verdeckt wird, so sind diese Gegenstände zu

entfernen.

Wenn die schon zur Ruhe gekommene Zielkugel durch Einwirkung von

Wind oder wegen einer Bodenunebenheit sich selbständig bewegt, wird

sie auf ihren ursprünglichen Platz zurückgelegt. Voraussetzung ist die

vorherige Markierung des ursprünglichen Platzes.

Dasselbe geschieht, wenn die Zielkugel unabsichtlich durch den

Schiedsrichter, einen Spieler, einen Zuschauer, einen beweglichen

Gegenstand (z.B. eine Kugel/Zielkugel aus einem anderen Spiel) oder

durch ein Tier in ihrer Lage verändert wird.

Um jede Anfechtung zu vermeiden, müssen die Spieler die Zielkugel

markieren. Waren die Kugeln oder die Zielkugeln nicht markiert, ist

eine Reklamation unmöglich.

Wird die Zielkugel durch eine in diesem Durchgang gespielte Kugel

bewegt, bleibt sie gültig.

 

Art. 12 Zielkugel gerät auf ein anderes Spielfeld

Wenn im Verlaufe einer Mène die Zielkugel auf ein anderes Spielfeld

gerät, das begrenzt oder nicht begrenzt ist, so ist sie gültig unter

Vorbehalt der Bestimmungen in Art. 9.

Die Spieler, die diese Zielkugel benützen, warten, wenn nötig, auf das

Ende des Durchganges, der durch die Spieler begonnen wurde, die

dieses Spielfeld benutzen, um anschliessend ihren Durchgang zu

beenden.

Die Spieler, auf welche diese Bestimmung zutrifft, müssen Geduld und

Höflichkeit aufbringen.

In der folgenden Mène kehren die Spieler wieder auf ihr bisheriges Spielfeld

zurück. Die Zielkugel wird dann aus einem Wurfkreis geworfen, der

um den Punkt gezeichnet wird, auf dem sie lag, bevor sie das Spielfeld

verlassen hatte; dies unter Berücksichtigung des Artikels 7.

 

Art. 13 Massnahmen bei ungültiger Zielkugel

Wird im Verlauf einer Mène die Zielkugel ungültig, so können sich drei

Möglichkeiten ergeben:

1) Beide Mannschaften verfügen noch über mindestens eine zu

spielende Kugel: Der Durchgang wird mit 0 Punkten gewertet

und annulliert.

2) Nur eine Mannschaft verfügt noch über mindestens eine zu

spielende Kugel: Diese Mannschaft erhält soviele Punkte zugesprochen,

wie sie noch zu spielende Kugeln zur Verfügung hat.

3) Keine Mannschaft verfügt noch über zu spielende Kugeln: Der

Durchgang wird mit 0 Punkten gewertet und annulliert.

 

Art. 14 Angehaltene Zielkugel

1) Wenn die weggeschossene Zielkugel durch einen Zuschauer oder

einen Schiedsrichter angehalten oder abgelenkt wird, behält sie ihre

neue Position.

2) Wird die weggeschossene Zielkugel durch einen Spieler aufgehalten

oder abgelenkt, so hat dessen Gegner 3 Möglichkeiten:

a) Er lässt die Zielkugel auf ihrer neuen Position

b) Er legt sie an ihren ursprünglichen Platz zurück

c) Er legt die Zielkugel auf einen Punkt, der sich auf der Verlängerung

der Strecke zwischen dem ursprünglichen Platz

der Zielkugel und dem Platz befindet, an dem sie angehalten

wurde, aber höchstens auf 20 Meter (15 Meter für Cadets und

Minimes) und zwar so, dass die Zielkugel sichtbar ist.

Die Punkte b) und c) können nur angewandt werden, wenn die

Zielkugel vorher markiert war. War sie nicht markiert, bleibt die

Zielkugel auf ihrer neuen Position.

Überquert die weggeschossene Zielkugel verbotenes Gelände und

kommt zurück, um auf dem Spielfeld zum Stillstand zu kommen, ist

sie ungültig, wobei Art.13 zu beachten ist.

 

 

KUGELN

 

Art. 15 Das Werfen der Kugeln

Die erste Kugel wird von einem Spieler der Mannschaft gespielt, die

den Losentscheid oder den vorhergehenden Durchgang gewonnen hat.

Danach ist immer die Mannschaft an der Reihe, die in dem laufenden

Durchgang nicht im Punktbesitz ist.

.

Der Spieler darf keine Hilfsmittel benutzen oder Markierungen vornehmen,

um seine Kugel ins Ziel zu bringen oder um deren Auftreffpunkt

am Boden zu kennzeichnen. Wenn er seine letzte Kugel spielt, ist

es ihm nicht erlaubt, eine weitere Kugel in der anderen Hand zu halten.

Die Kugeln müssen einzeln gespielt werden.

Geworfene Kugeln dürfen nicht noch einmal gespielt werden. Ausnahme:

Kugeln, die zwischen Wurfkreis und Zielkugel durch eine Kugel

oder Zielkugel aus einem anderen Spiel, durch ein Tier oder einen

beweglichen Gegenstand (Ball usw.) angehalten oder von ihrer Bahn

abgelenkt werden; sowie der in Artikel 8.2 beschriebenen Situation.

Es ist verboten, die Kugel oder die Zielkugel anzufeuchten. Bevor ein

Spieler spielt, muss er seine Kugel von allen ihr anhaftenden Fremdkörpern

und Schmutzspuren reinigen, andernfalls treten die in Artikel

34 aufgeführten Massnahmen in Kraft.

Befindet sich die erste gespielte Kugel auf unerlaubtem Terrain, dann

muss der Gegner spielen und dies abwechselnd, bis sich eine Kugel im

erlaubten Spielfeld befindet.

Wenn sich nach einer gespielten Kugel oder nach einem Schuss keine

Kugel mehr innerhalb des Spielgeländes befindet, gelten sinngemäss die

Bestimmungen des Artikel 28.

 

Art. 16 Verhalten der Spieler und Zuschauer

Während der regulären Zeit, die einem Spieler zur Verfügung steht,

seine Kugel zu spielen, müssen die anderen Spieler und die Zuschauer

äusserste Ruhe einhalten.

Die Gegner dürfen weder herumgehen, gestikulieren, noch irgend etwas

tun, was den Spieler stören könnte. Nur die Partner des Spielers dürfen

sich zwischen dem Wurfkreis und der Zielkugel aufhalten.

Die Gegner müssen sich seitlich hinter der Zielkugel oder seitlich hinter

dem Spieler aufhalten. Sie müssen sowohl vom Spieler, als auch von

der Zielkugel einen Abstand von mindestens 2 m einhalten.

Spieler, welche diese Vorschriften nicht beachten, können vom Wettbewerb

ausgeschlossen werden, wenn sie ihr Verhalten nach einer

Verwarnung durch den Schiedsrichter beibehalten.

 

Art. 17 Probewurf und Kugeln aus dem Spielfeld

Es ist nicht erlaubt, seine Kugel im Spiel zur Probe zu werfen. Spieler,

die sich nicht an diese Regel halten, können mit den in Art. 34 aufgeführten

Massnahmen belegt werden.

Kugeln, welche im Verlauf einer Mène das zugeteilte Spielfeld verlassen,

sind gültig (ausgenommen Art. 18 trifft zu).

 

Art. 18 Ungültige Kugeln

Eine Kugel ist ungültig, sobald sie verbotenes Terrain überquert. Die

Kugel ist gültig, wenn sie auf der Grenze des Spielgeländes liegt. Sie ist

nur ungültig, wenn sie (aus der Senkrechten betrachtet) die Grenze zu

einem verbotenen Terrain oder die Ligne de perte mit ihrem gesamten

Durchmesser vollständig überschritten hat. Bei unmittelbar nebeneinander

angrenzenden Spielfeldern gelten die äusseren Begrenzungslinien

des Nachbarfeldes als Ligne de perte.

Bei Spielen mit Zeitbeschränkung, die auf einem zugeteilten Spielfeld

ausgetragen werden, ist eine Kugel ungültig, wenn sie vollständig das

zugeteilte Spielfeld verlässt.

Wenn eine Kugel danach auf das Spielfeld zurückkehrt, sei es wegen

einer Bodenunebenheit oder dass sie von einem beweglichen oder

unbeweglichen Hindernis abprallt, muss sie sofort aus dem Spiel

genommen werden und alles, was sie nach dem Passieren des verbotenen

Terrains verändert hat, wird in den ursprünglichen Zustand

zurückversetzt.

Jede ungültige Kugel muss sofort aus dem Spiel genommen werden;

andernfalls wird sie gewertet, sobald eine weitere Kugel von der

gegnerischen Mannschaft gespielt wurde.

Art. 19 Angehaltene Kugeln

 

Jede gespielte Kugel, die durch den Schiedsrichter oder durch einen Zuschauer

angehalten oder abgelenkt wird, behält die Position, in der sie

liegen bleibt.

Jede gespielte Kugel ist ungültig, wenn sie von einem Spieler unabsichtlich

angehalten oder abgelenkt wird, von dessen Mannschaft sie gespielt

wurde.

Jede gelegte Kugel, die von einem gegnerischen Spieler unabsichtlich

angehalten oder abgelenkt wird, kann nach Belieben des Spielers

nochmals gespielt werden oder dort belassen werden, wo sie zur Ruhe

kommt.

Wenn eine Kugel geschossen (oder mit ihr geschossen) wurde und diese

durch einen Spieler unabsichtlich angehalten oder abgelenkt wird,

kann der Gegner des Spielers

1) sie an dem Ort liegenlassen, an dem sie zur Ruhe gekommen ist

2) in dem Fall, dass sie markiert war, sie auf einen Punkt legen, der

sich auf der Verlängerung der Strecke zwischen dem ursprünglichen

Platz der Kugel und dem Platz befindet, an dem sie zur Ruhe gekommen

ist, jedoch nur auf zugelassenem Spielgelände

Ein Spieler, der eine Kugel absichtlich anhält, ist sofort für das laufende

Spiel zu disqualifizieren; ebenso seine Mitspieler.

 

Art. 20 Zeitvorgabe

Sobald die Zielkugel geworfen ist, verfügt jeder Spieler über maximal

eine Minute, um seine Kugel zu spielen. Diese Frist läuft von dem

Zeitpunkt an, an dem die Zielkugel oder die zuvor gespielte Kugel zur

Ruhe gekommen ist und, wenn ein Punkt gemessen werden muss,

nachdem die Messung abgeschlossen ist.

Diese Bestimmungen gelten auch für das Werfen der Zielkugel, das

bedeutet eine Minute für die drei Würfe, nach jeder Mène.,

Jede Spieler, der sich nicht an diese Bestimmungen hält, zieht sich die

in Art. 34 aufgeführten Massnahmen zu.

 

Art. 21 Kugeln, die bewegt wurden

Wenn eine Kugel, die bereits zur Ruhe gekommen war, sich durch

Einwirkung des Windes oder wegen einer Bodenunebenheit bewegt,

wird sie auf ihren ursprünglichen Platz zurückgelegt. Dasselbe gilt für

eine Kugel, die unabsichtlich durch einen Spieler, einen Schiedsrichter,

einen Zuschauer, ein Tier oder irgend einen beweglichen Gegenstand

bewegt wird.

Um jede Anfechtung zu vermeiden, müssen die Spieler die Kugeln und

die Zielkugel markieren. Reklamationen bezüglich nicht markierter

Kugeln oder Zielkugeln sind nicht gestattet. Der Schiedsrichter kann

dann nur die neue Lage der Kugeln oder Zielkugel auf dem Spielfeld

feststellen.

Dagegen bleibt eine Kugel, die durch eine andere Kugel aus dem

eigenen Spiel bewegt wurde, am neuen Platz liegen.

 

Art. 22 Falsche Kugeln gespielt

Ein Spieler, der eine andere Kugel als seine eigene spielt, erhält eine

Verwarnung. Die Kugel ist für diesen Wurf gültig, muss aber sofort

ausgetauscht werden; gegebenenfalls nach einer Messung.

Im Wiederholungsfall während eines Spieles wird seine Kugel annulliert

und alles, was sie bewegt hat, wird an seine ursprüngliche Lage zurückversetzt.

 

Art. 23 Ausserhalb des Wurfkreises gespielte Kugeln

Jede Kugel, die aus einem anderen Wurfkreis gespielt wurde, als die

Zielkugel, ist ungültig und alles, was sie auf ihrer Bahn bewegt hat,

wird in die ursprüngliche Lage zurückversetzt, wenn markiert war.

Der Gegner hat jedoch das Recht, von der Vorteilsregel Gebrauch zu

machen und den Wurf zu akzeptieren. In diesem Fall ist die gespielte

oder geschossene Kugel gültig und alles, was sie bewegt hat, bleibt in

der neuen Position.

 

 

 

Punkte und Messung

 

Art. 24 Entfernen der Kugeln zum Messen

Für die Messung eines Punktes ist es erlaubt, die Kugeln und Hindernisse,

die zwischen der Zielkugel und der zu messenden Kugel liegen,

vorübergehend zu entfernen, nachdem sie markiert worden sind. Nach

dem Messen sind die entfernten Kugeln und Hindernisse an ihren ursprünglichen

Platz zurückzulegen. Können Hindernisse nicht entfernt

werden, so ist die Messung unter Zuhilfenahme eines Zirkels durchzuführen.

 

Art. 25 Messen der Punkte

Das Messen eines Punktes obliegt dem Spieler, der die letzte Kugel

gespielt hat oder einem seiner Mitspieler. Die Gegner haben danach

immer das Recht, durch einen ihrer Spieler nachzumessen. Der

Schiedsrichter kann jederzeit während eines Spieles, gleich von

welchem Spieler, zum Messen gerufen werden; seine Entscheidung

ist unanfechtbar.

Messungen müssen mit geeigneten Messgeräten durchgeführt werden.

Jede Mannschaft muss im Besitz eines Messgerätes sein. Es ist insbesondere

verboten, Messungen mit den Füssen durchzuführen.

Spieler, die diese Vorschrift missachten, können nach Art. 34 bestraft

werden.

 

Art. 26 Vor Punktefeststellung aufgehobene Kugeln

Es ist den Spielern verboten, gespielte Kugeln vor Ende des

Durchganges aufzuheben. Eine Kugel ist ungültig, wenn sie am Ende

eines Durchganges vor der Feststellung der Punktezahl weggenommen

wird. Diesbezüglich wird keine Reklamation zugelassen.

 

Art. 27 Bewegen von Kugeln oder Zielkugel

Wenn ein Spieler beim Messen die Zielkugel oder eine strittige Kugel in

ihrer Lage verändert (verschiebt), so ist der Punkt für die Mannschaft

dieses Spielers verloren.

Wenn der Schiedsrichter beim Messen eines Punktes die Zielkugel oder

eine Kugel bewegt oder verschiebt, so entscheidet der Schiedsrichter

nach bestem Wissen und Gewissen.

 

Art. 28 Gleicher Abstand

Wenn die zwei gegnerische Kugeln, die der Zielkugel am nächsten

liegen, den gleichen Abstand zu ihr haben, können folgende drei

Möglichkeiten eintreten:

1) Wenn beide Mannschaften keine zu spielenden Kugeln mehr haben,

wird die Mène annuliert. Die Zielkugel fällt der Mannschaft zu, die

die Zielkugel zuvor geworfen hat.

2) Wenn nur eine Mannschaft noch Kugeln zur Verfügung hat, so

spielt sie diese und erhält am Ende der Mène so viele Punkte, wie

sie Kugeln näher bei der Zielkugel platziert hat, als die am nächsten

liegende gegnerische Kugel.

3) Wenn beide Mannschaften noch über Kugeln verfügen, so spielt die

Mannschaft, die zuletzt gespielt hat, noch eine Kugel, danach der

Gegner usw., abwechslungsweise, bis eine Mannschaft den Punkt

mit einer ihrer Kugeln gewinnt. Wenn gegen Ende der Mène nur eine

Mannschaft noch Kugeln zur Verfügung hat, gelten die Bestimmungen

von Art. 28.2.

Wenn sich am Ende einer Mène keine Kugel mehr auf dem Spielfeld

befindet, wird der Durchgang annulliert.

 

Art. 29 Fremdkörper an Kugel oder Zielkugel

Alle Fremdkörper, welche der Kugel oder der Zielkugel anhaften,

müssen vor der Messung entfernt werden.

 

Art. 30 Reklamationen

Alle Reklamationen müssen, um zugelassen zu werden, an den Schiedsrichter

gerichtet werden. Eine Reklamation, die nach Annahme des

Spielerergebnisses vorgebracht wird, findet keine Berücksichtigung.

Jede Mannschaft ist für die Überwachung der gegnerischen Mannschaft

verantwortlich (Lizenz, Kategorie, Spielfeld, Kugeln usw.)

 

 

DISZIPLIN

Art. 31 Strafen für Abwesenheit der Mannschaften oder Spieler

Im Augenblick des Losentscheids über die Spielpaarungen und bei der

Verkündung des Ziehungsergebnisses müssen die Spieler am Kontrolltisch

anwesend sein. Wenn eine Mannschaft eine Viertelstunde nach

der Verkündung der Auslosung nicht auf dem Spielgelände ist, wird sie

mit einem Punkt bestraft, welcher der gegnerischen Mannschaft

gutgeschrieben wird.

Diese Frist wird bei Spielen mit Zeitbegrenzung auf 5 Minuten verkürzt.

Für jeweils weitere 5 Minuten Verspätung erhöht sich die Strafe um

einen Punkt.

Dieselbe Strafe wird während eines laufenden Wettbewerbs verhängt,

nach jedem Losentscheid und im Falle einer Wiederaufnahme des Spiels

nach einer Unterbrechung, unabhängig vom Grund der Unterbrechung.

Eine Mannschaft, die eine Stunde nach Ende der Verkündung der Auslosung,

bzw. der Wiederaufnahme nach einer Unterbrechung nicht auf

dem Spielgelände anwesend ist, wird aus dem Wettbewerb ausgeschlossen.

Eine unvollständige Mannschaft hat die Möglichkeit zu spielen, ohne

auf den abwesenden Spieler zu warten; sie kann jedoch nicht über

dessen Kugeln verfügen.

Kein Spieler darf sich ohne Erlaubnis des Schiedsrichters von einem

Spiel entfernen oder das Spielgelände verlassen. Bei einem entsprechenden

Verstoss treten die Bestimmungen dieses und des nächsten

Artikels in Kraft.

 

Art. 32 Verspätet ankommende Spieler

Wenn ein abwesender Spieler nach Beginn einer Mène erscheint, so darf

er an dieser nicht teilnehmen; er ist erst von der nächsten Mène an zum

Spiel zugelassen.

Wenn ein abwesender Spieler später als eine Stunde nach Beginn des

Spiels erscheint, so verliert er das Recht, an dem Spiel teilzunehmen.

Wenn seine Mitspieler dieses Spiel gewinnen, kann er am nächsten

Spiel teilnehmen, unter dem Vorbehalt, dass die Mannschaft namentlich

eingeschrieben ist.

Wenn ein Wettbewerb in Gruppen (en poules) durchgeführt wird, kann

er am nächsten Spiel teilnehmen (unabhängig vom Resultat des vorhergehenden

Spieles).

Ein Durchgang gilt als begonnen, wenn die Zielkugel regelgerecht auf

dem Spielfeld platziert ist.

 

Art. 33 Auswechseln von Spielern

Das Auswechseln eines Spielers einer Doublette, sowie eines oder zwei

Spieler einer Triplette, ist bis zum offiziellen Beginn des Wettkampfes

erlaubt (Startschuss, Anpfiff oder Ansage). Hierzu ist Voraussetzung,

dass der oder die Ersatzspieler nicht bereits in dem Wettkampf für eine

andere Mannschaft eingeschrieben sind.

 

Art. 34 Sanktionen beim Spiel

Bei der Nichtbeachtung voranstehender Bestimmungen zieht sich der

Spieler folgende Sanktion zu:

1) Verwarnung

2) Annullierung der gespielten oder zu spielenden Kugel

3) Annullierung der gespielten oder zu spielenden Kugel und der

darauffolgenden.

4) Ausschluss des schuldigen Spielers für das Spiel

5) Disqualifikation der schuldigen Mannschaft

6) Disqualifikation beider Mannschaften für den Fall des schuldhaften

Einverständnisses (heimliche Absprache)

 

Art. 35 Spielunterbrechungen

Bei Regen muss jeder begonnene Durchgang zu Ende gespielt werden,

es sei denn, der Schiedsrichter trifft eine andere Entscheidung. Er allein

ist berechtigt, im Einvernehmen mit der Jury, zu entscheiden, ob ein

Spiel unterbrochen oder wegen höherer Gewalt annulliert wird.

 

Art. 36 Neuer Abschnitt in einem Wettbewerb

Wenn nach Ansage zum Beginn einer neuen Abschnittes in einem Wettbewerb

(2. Runde, 3. Runde usw.) bestimmte Spiele noch nicht beendet

sind, kann der Schiedsrichter, im Einvernehmen mit dem Veranstalter,

alle Anordnungen und Entscheidungen treffen, die er für einen ordentlichen

Verlauf des Wettbewerbes für notwendig erachtet.

 

Art. 37 Mangel an Sportlichkeit

Die Mannschaften, die ein Spiel austragen und es dabei an Sportlichkeit

und Respekt den Zuschauern, den Offiziellen oder dem Schiedsrichter

gegenüber fehlen lassen, werden vom Wettbewerb ausgeschlossen.

Dieser Ausschluss kann zur Nichtwertung eventuell erzielter

Ergebnisse, sowie zur Anwendung der in Art. 38 aufgeführten

Massnahmen führen.

 

Art. 38 Unkorrektheiten

Ein Spieler, der sich einer Unkorrektheit und im schlimmeren Fall der

Anwendung von Gewalt gegenüber einem Offiziellen, einem Schiedsrichter,

einem anderen Spieler oder einem Zuschauer schuldig gemacht

hat, zieht sich, entsprechend der Schwere seines Vergehens, eine oder

mehrere der folgenden Massnahmen zu:

1) Ausschluss vom Wettbewerb

2) Entzug der Lizenz

3) Einbehalten oder Rückgabe der Preise und Auszahlungen

Alle Massnahmen, die einen Spieler betreffen, können auch auf dessen

Mitspieler angewandt werden.

Die Massnahme 1 ist durch den Schiedsrichter zu verhängen.

Die Massnahme 2 ist durch die Jury zu verhängen.

Die Massnahme 3 ist durch den Veranstalter zu verhängen. Dieser sorgt

dafür, dass die zurückbehaltenen Preise und Vergütungen zusammen

mit einem Bericht, innerhalb von 48 Stunden zum Vorstand des

nationalen Verbandes gelangen, der über ihre Verwendung entscheidet.

In jedem Fall hat der Vorstand des nationalen Verbandes (Comité

directeur fédéral) die letzte Entscheidung.

Von jedem Spieler wird korrekte Kleidung gefordert. Jeder Spieler, der

diese Vorschriften nicht beachtet, wird nach einer Verwarnung durch

den Schiedsrichter vom Wettbewerb ausgeschlossen.

 

Art. 39 Aufgaben des Schiedsrichters

Die Schiedsrichter, die den Wettbewerb leiten, sind gehalten, die strikte

Einhaltung der Spielregeln und der administrativen Reglemente zu

überwachen. Sie sind berechtigt, jeden Spieler und jede Mannschaft

vom Wettbewerb auszuschliessen, die sich weigern, ihren Anordnungen

Folge zu leisten.

Zuschauer mit (oder mit suspendierter) Lizenz, die durch ihr Verhalten

Anlass zu Zwischenfällen auf dem Spielgelände geben, werden vom

Schiedsrichter dem Vorstand des nationalen Verbandes (comité

directeur) gemeldet. Der Vorstand dieses Verbandes wird den oder die

Schuldigen vor die zuständige Disziplinarkommission laden, die über

die zu ergreifenden Sanktionen befindet.

 

Art. 40 Zusammensetzung und Entscheidung der Jury

Von allen in diesem Reglement nicht vorgesehenen Fällen ist dem

Schiedsrichter Mitteilung zu machen, welcher der Jury der Veranstaltung

Bericht erstattet. Die Jury besteht aus mindenstens drei und

höchstens fünf Mitgliedern. Entscheidungen, die in Anwendung dieses

Artikels von der Jury getroffen werden, sind unanfechtbar. Im Fall von

Stimmengleichheit hat der Vorsitzende der Jury den Stichentscheid.

Im Falle einer umstrittenen Auslegung des deutschen Textes ist allein der

französische Text gültig.

 

Im Falle von Interpretationsschwierigkeiten gilt das französische Reglement.

 

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